Monheim zur Zeit der Weimarer Republik – eine unterschätzte Epoche

Monheim zur Zeit der Weimarer Republik – eine unterschätzte Epoche

Dr. Karl-Heinz Hennen, Monheim
Kooperation mit der VHS Monheim

In der Stadtgeschichte hat bisher die Zeit der Weimarer Republik (1918–1933) wenig Beachtung gefunden. Sehr zu Unrecht, wenn man genauer analysiert, was sich damals in den beiden kleinen Dörfern Monheim und Baumberg mit knapp 4.400 Einwohner ereignet hat. Trotz aller Widrigkeiten mit der Inflation von 1923 und der Weltwirtschaftskrise von 1929 konnten in dieser Zeit beachtliche Leistungen erbracht werden.

Die herausragende Investition wurde beim Deichbau von 1924 bis 1929 erbracht, die bis dahin größte Investition, an der das Amt Monheim beteiligt war. Auch durch den Rückschlag mit dem verheerenden Hochwasser vom Winter 1925/26 ließ man sich nicht aufhalten. Nach der Fertigstellung tat der Deich erfolgreich seine Dienste, und es kam trotz etlicher gefährlich hoher Wasserstände bis 2002, als der neue Deich gebaut war, zu keiner ähnlichen Katastrophe mehr. Es folgte der Neubau der Volksschule mit damals bestmöglicher Ausstattung und zukunftsorientiertem Raumangebot.

Es gelang nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg zügig eine Konsolidierung der Wirtschaft, insbesondere konnten die Mineralölwerke Rhenania-Ossag den Ausbau der Anlagen vollenden und bald die maximale Produktionskapazität vorhalten. Neben anderen Maßnahmen ist vor allem die Ansiedlung der Rheinischen Pappenfabrik im südlichen Ortsteil Blee im Jahr 1925 zu erwähnen, bis zur Schließung 1981 ein bemerkenswerter Wirtschaftsfaktor.

Sowohl in den ersten Nachkriegsjahren als auch in den Inflationsjahren sowie in der Situation der Weltwirtschaftskrise mit der Massenarbeitslosigkeit im Gefolge kümmerten sich die Gemeinderäte beider Orte sowie der Amtsrat in vorbildlicher Weise darum, die Not der Bevölkerung bestmöglich zu lindern. Trotz aller sonstigen Gegensätze waren sich darin alle in den Räten vertretenen Parteien einig.

Vergleicht man diese Bilanz mit der der Friedensjahre 1933–1939 unter NSDAP-Führung, so muss man zu der Feststellung kommen, dass im Gegensatz zu den propagandistischen Versprechungen, abgesehen vom Rathausneubau, keine annähernd vergleichbaren Leistungen zustande kamen.

Ort: VHS Monheim, Tempelhofer Str. 15, 40789 Monheim am Rhein

Di 14. Mai 2019 19 Uhr
Eintritt frei

 

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